Fünftes bundesweites Motorradtreffen der Justiz
vom 01. bis 03. Juli 2005
in Rheinberg



Wieder einmal war es soweit. Das Highlight des Jahres war greifbar nahe. 24 Biker der JVA Straubing brachen zum Treffen nach Rheinberg auf.

Donnerstag, 30.06.2005

Wie wir das bereits gewöhnt sind, wurde auch diesmal wieder in mehreren Gruppen von Straubing losgefahren. Die Frühaufstehergruppe mit den zwei Harry`s, Stefan und Wolfgang startete auch diesmal wieder bereits um 04.00 Uhr morgens und begaben sich auf direktem Weg zum Treffen, um für die restlichen Jail-Riders die besten Zeltplätze zu sichern. Da es am Freitag zeitweise gewaltig regnete, war jeder von uns froh, auf dem Fleckchen Rasen, den uns die Vorhut reserviert hatte, campieren zu können. Der Rest des Geländes war sehr sandig und bei Regen kaum begehbar. Danke nochmals an unsere Frühaufsteher.
Die Hauptgruppe startete um 08.00 Uhr von Straubing aus. Sie fuhren auf der Autobahn an die Mosel, um bei einem Weinbauern eine Weinprobe zu machen. Eine weitere Gruppe startete gegen 09.00 Uhr und genoss den etwas längeren Weg auf der Landstrasse. Auch diese Gruppe teilte die Anreise auf zwei Tage auf.
Da ich diesmal am Donnerstag alleine nach Duisburg fuhr, um einen Verwandten zu besuchen und erst am Freitag zum Treffen kam, war ich auf die Mithilfe der einzelnen Gruppen angewiesen, um diesen Bericht erstellen zu können. Dies gestaltet sich aber meist als sehr schwierig oft auch als unmöglich. Diesmal war es der Wein, der meine Zuträger etwas durcheinander brachte. Interessanterweise wurde mir berichtet, dass unser Vize Charlie nach einer kleinen Meinungsverschiedenheit seine Kutte in die Ecke schmiss und kurzzeitig aus dem Verein austrat. Nach etwa zwei Minuten hatte er es sich aber dann doch wieder anders überlegt. Pech nur, dass ein aufmerksamer Kollege sich sofort die Kutte sicherte und diese dann gegen eine „geringe" Menge Bier wieder einlösen lies. Den ganzen Freitag Abend wurde nur vom Kuttenbier gesprochen und getrunken.

Freitag, 01.07.2005

Der Freitag Vormittag wurde mir von den Anreisenden als sehr nass beschrieben. Ein Jail-Rider ( Detlev) hatte noch die komplette Regenstrecke von Straubing bis Rheinberg vor sich. Die restlichen Biker hatten ja nur noch den Endspurt zu fahren. Aber auch das war bei strömenden Regen nicht angenehm. Als ich gegen 14.00 Uhr zum Treffpunkt in Rheinberg kam, goss es wie aus Eimern und so musste ich mein Zelt im Regenkombi und mit Sturzhelm aufbauen. Da kommt Freude auf . Als ich dann fertig war, lies sich die Sonne und unsere Hauptgruppe blicken. Der Zeltplatz war nicht gerade ein Highlight. Von meinen fünfzehn Zeltheringen habe ich fünfzehn krumm geschlagen, da sich direkt unter der Grasnabe das Fundament einer abgerissenen Messehalle befand. Nachdem das Geschimpfe über den Platz zu heftig wurde, bot man den Neuankömmlingen einen Rasenplatz an, der allerdings etwas von den Hallen entfernt lag und keine sanitären Anlagen aufzuweisen hatte. Als sich der Ärger gelegt hatte, ging`s in die Halle, um sich bei einem Bierchen zu unterhalten. Bierchen darum, weil es in 0,2 l Gläsern ausgeschenkt wurde. Da der Veranstalter in seiner Homepage versprach, große Gläser zu besorgen, ließen wir die Maßkrüge zu Hause - und dann das. Jeder von uns hatte sich Zerrungen und Muskelkater vom vielen Bier holen zugezogen. Nun gut, manchmal neige ich zu Übertreibungen, aber schlimm war das schon. Vor dem Zelt zeigten zwei Trialfahrer, was mit diesen Maschinen möglich ist. Ein Fahrsicherheitstrainer führte das Bremsverhalten auf Sand mit ABS vor. Man konnte auch sein Geschick bei diversen Wettkämpfen unter Beweis stellen. Die Nachfrage danach hielt sich aber in Grenzen. In den Hallen wurden viele Touren für den nächsten Tag angeboten, wozu man sich melden konnte. Irgendwann kam dann der Hunger und man stellte sich an einer langen Schlange zum Essen fassen an. Wenn diese Art von Essensverteilung geklappt hätte, wäre es wahrscheinlich als Wunder von Rheinberg in die Geschichte eingegangen. Ein einziger „Nobelkoch" versuchte nämlich auf die Schnelle den Hunger von 1000 hungrigen Bikern zu stillen. Als die Veranstalter erkannten, das dies nicht der richtige Weg war, besorgten sie schnellsten Würstchen und Salate, so das der Eine oder Andere doch nicht verhungern musste :-) . Auf der Bühne machten sich die Blues Brothers mit ihren dunklen Sonnenbrillen bereit. Aber sie, als auch die anschließende Gruppe „Sex in the fridge" hatten Probleme mit der Akustik in den riesigen Hallen.
Nachdem sich der Ärger über die kleinen Probleme wieder gelegt hatte, machte man sich auf dem Weg, um alte Bekannte von früheren Treffen zu suchen und über dies und jenes zu sprechen. Natürlich wurden wieder neue Freunde dazu gewonnen und so soll es auch sein. Gegen zwei Uhr morgens machte ich schlapp und versuchte neben meinen sehr, sehr stark schnarchenden Zeltnachbarn etwas Schlaf zu finden.

Samstag, 02.07.2005

Schimpfend wurde ich, leider viel zu früh, von Harry geweckt. Er berichtete, dass er in einer ewig langen Schlange zum Frühstück angestanden war. Als er dann an der Reihe war, fragten sie ihn nach seiner Tasse. Da fiel ihm ein, dass man bei der Anreise an der Anmeldung eine Tasse in Empfang nahm. Jetzt wusste er auch warum - aber leider zu spät. So musste er die Anstellprozedur nochmals über sich ergehen lassen. Ich hatte durch diese Info zwar meine Tasse bei mir, stand aber immer noch 1 Stunde und 20 Minuten für eine Tasse Kaffee an. Da kommt der Punkt wo man sagt, dass hatten wir doch schon einmal und so etwas darf einfach nicht mehr passieren. Jedes Kind weiß doch, dass man mit drei Küchenkaffeemaschinen keine 1000 Beamten mit Kaffee versorgen kann. Den Veranstaltern muss man zu Gute halten, dass sie auch dieses Problem am nächsten Morgen abgestellt hatten.
Nun war es Zeit, ein wenig Moped zu fahren. Die Auswahl der angebotenen Touren war sehr groß. Wir entschlossen uns, bei der Niederrheintour mitzufahren. Es war ein Erlebnis bei trockenem Wetter die Gegend und einige Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen. In einem Biergarten am Niederrhein überbrückte man die Zeit, um dann pünktlich am Treffpunkt zum gemeinsamen Korso zu erscheinen. Einige hatten das ja nicht geschafft. Nachdem wir nach über zwanzig Kilometer bei abgesperrter Strecke (Polizei) wieder am Messegelände ankamen, verstand ich die Welt nicht mehr. Ich sah keine Presse, die bei Spendenübergaben normalerweise anwesend ist. Auch keine Promis oder dergleichen. Ich habe auch nicht mitbekommen, ob überhaupt eine Übergabe stattfand. Ich zog es dann vor, mir eine erfrischende Dusche zu genehmigen.
Abends ging es dann wieder heiß her. Vorher wurden in einer kurzen Ansprache die Gäste begrüßt und die Preise für die vorgegangenen Spiele verteilt. Danach brachte die Gruppe „Major Healey" die Halle zum Wackeln. Die schrillen Typen hatten es wirklich drauf und verstanden es, die Leute mitzureißen. Für den Hunger zwischendurch war nun auch gesorgt. Den "Nobelkoch" habe ich nicht mehr gesehen. Zum Glück hatte auch die Stripperin in diesem Jahr keinen Unfall und zeigte gegen Mitternacht ihren sündigen Tanz. Danach gab es dann Party bis zum Abwinken. Diesmal hielt ich bis 03.00 Uhr früh durch und schob mir sicherheitshalber vor dem Bett gehen noch Ohrstöpsel in meine Lauscher, um wenigsten ein paar Stunden tief zu schlafen.

Sonntag, 03.07.2005

Am Abreisetag ließen wir es gemütlich angehen. Ein ausgiebiges Frühstück, bei dem man nicht anstehen musste, stärkte uns für die Rückfahrt, die etwa 650 Kilometer lang war. Gegen 10.00 Uhr starteten wir gen Süden. Die Gruppe, welcher ich angehörte, wurde von unserem Roadcaptain Erich angeführt. Wir legten alle 100 Kilometer eine kurze, oft auch längere Pause ein und erholten uns so immer wieder zur nächsten Etappe. Gegen 19.00 Uhr war ich zu Hause. Mir kamen auch von den restlich Gruppen keine Pannen oder Unfälle zu Ohren, so dass man am Ende sagen kann, es hat sich wieder einmal gelohnt, die Strapazen für dieses Treffen auf sich zu nehmen.

Fazit:

Trotz einiger Pannen des Treffens, die nicht unbedingt alle dem Veranstalter zuzuschreiben sind, waren es wieder erlebnisreiche Tage, an denen der Eine oder Andere neue Freundschaften geschlossen hat.

Gotti
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