8. Bundesweites Motorradtreffen der Justiz in Straubing vom 04. - 06. Juli 2008



Für alle, die ein Bundestreffen organisieren wollen, unser Tipp. Fangt frühzeitig mit der Planung an, es gibt eine Menge zu tun.
Unser erstes Meeting für die Planung zum Bundestreffen 2008 fand bereits am 31. 10. 2005 statt. Sieben weitere Sitzungen waren noch nötig, um das Gerüst für unser Treffen aufstellen zu können. Dazu kamen außerdem einige Hörproben von Musikbands, um auch hier die richtige Wahl für unsere Gäste treffen zu können.
Um der ganzen Sache vorzugreifen, will ich als Mitglied des Organisationsteams sagen, dass sich das Ganze gelohnt hat. Es war während der gesamten Veranstaltung eine gute Stimmung zu spüren und die Einträge in unserem Gästebuch geben uns die Gewissheit, dass ihr mit uns zufrieden gewesen seid - DANKE.

Jetzt aber ein kurzer Rückblich zum Treffen.

Bereits am Donnerstag Abend waren an die zweihundert Biker zum Treffen angereist. Da unser Partystadel noch nicht geöffnet war, wurde diese Vorhut über das Sportheim von Charly versorgt. Bei leckeren Steaks und unserem schmackhaften Bier wurde im Biergarten zusammen gesessen. Ein heftiges Gewitter in der Nacht sorgte allerdings für etwas Abkühlung. Um den Einen oder Anderen vor dem Ertrinken in den Zelten zu retten, wurde in der Nacht sogar der Partystadel für sie geöffnet.

Am Freitag, dem Tag der Anreise, war aber der Wetterspuk beendet und die Sonne blinzelte schon wieder zwischen den Wolken durch. Gegen Mittag trafen die ersten Biker am Anstaltsgelände ein und wurden von unseren Einweisern zu den Zeltplätzen und zur Anmeldung geführt. Bis tief in die Nacht kamen immer wieder Neuankömmlinge. Bereits ab 12.30 Uhr war der Grill von unseren Essensversorgern, der Fam. Berger angeheizt worden, um unsere Gäste mit ihren Schmankerln zu verköstigen. Da sich das Wetter zum Guten gebessert hatte, stellten wir auch im Freien viele Biertische auf. Dies wurde sehr gut angenommen. Gegen 18.00 Uhr wurde ein „ Bullenreiten „ aufgebaut, was zur Belustigung vieler Zuschauer beitrug. Um 19.00 Uhr gab es dann eine wohl bis jetzt einmalige Darbietung, nämlich das "Präsiversenken". Dazu wurde auf einer genialen Konstruktion ein Präsident auf einen Stuhl gesetzt und man konnte diesen mit einem gezielten Wurf in einen darunter liegenden Pool versenken. Gegen 20.00 Uhr wurde die Veranstaltung durch unseren Anstaltsleiter offiziell eröffnet. Die Gäste aus nah und fern wurden begrüßt und unser Vize Charly stellte fest, dass dies wohl zugleich das erste internationale Treffen sei, da wir auch Gäste aus Luxemburg begrüßen durften. Nach dem offiziellen Teil heizte die Gruppe Smart Smokers aus Wien unseren Gästen gehörig ein. Sie präsentierten Rock`n Roll vom Feinsten. Bis tief in die Nacht hinein wurde abgerockt und zum Ende hin genehmigte sich der Eine oder Andere noch einen kleinen Absacker in unserem Saloon.

Am Samstag Vormittag gab es dann einige Angebote zur Freizeitgestaltung. An die fünfzehn Touren wurden von uns angeboten. Sie führten durch den bayrischen Wald oder an der Donau entlang. Viele nutzen die Tour, um sich in der Tschechei billige Zigaretten und Benzin zu besorgen. Außerdem wurden zwei Anstaltsführungen angeboten. Viele verbrachten den Tag auch an den nahegelegenen Weihern, die zum Baden und verweilen einladen. Das Wetter war ideal für diese Form des Nichtstuns. Um 15.45 Uhr traf man sich dann am Volksfestplatz in Bogen, von wo aus im Korso zum etwa zwölf Kilometer entfernten Straubing gefahren wurde. Am Großparkplatz am Hagen wurde vor dem Stadttheater eine Spendenübergabe vorgenommen. Dazu fand sich der Oberbürgermeister der Stadt Straubing Herr Pannermayr, sowie auch unser Anstaltsleiter Herr Konopka ein, um den Scheck in Höhe von 6000 Euro an das Frauenhaus und an den Frauennotruf zu übergeben. Zwei offizielle Damen dieser Verbände waren ebenfalls anwesend, sowie die Leiterin unserer Sozialtherapeutischen Abteilung Frau Bergmann. Nach der Übergabe wurde wieder im Korso durch die Stadt zum Anstaltsgelände gefahren. Um 18.00 Uhr fand im unserer Anstaltsgaststätte eine Präsidentenversammlung statt. Hier wurde festgelegt, wo die weiteren Bundestreffen stattfinden. Nächstes Jahr geht es nach Kiel. Im Jahre 2010 ist ein Treffen in Düsseldorf geplant und 2011 wird voraussichtlich von der JVA Geldern das Bundestreffen organisiert. Gegen 19.00 Uhr fand nochmals unser lustiges Präsidentenversenken statt. Ab 20.00 Uhr sorgte die Gruppe MCC für Hochstimmung. Der ganze Partystadel stand geschlossen auf den Bänken um bei Oldies aber auch aktuellen Hits mitzusingen oder mitzutanzen. Unser Anstaltsleiter lies es sich nicht nehmen und begab sich auf die Bühne, um mit der Gruppe einige Lieder gemeinsam zu singen. Dies wurde vom Publikum mit tobendem Beifall belohnt. Dazwischen gab es Ehrungen und Preisverleihungen. Unter anderem wurde der älteste Teilnehmer geehrt, der mit Baujahr 1932 ein sehr robuster Oldtimer ist. Im Laufe des Abends kam ein Kollege aus Hannover zu mir und erklärte, dass er seiner Freundin auf der Bühne einen offiziellen Heiratsantrag machen wolle. Nach kurzen Rücksprache mit unserer Präsidentin und den Musikern wurde dem Anliegen entsprochen und der Junge machte seine Sache wirklich gut. Für einige Minuten gab es Gänsehaut Feeling pur. Dann ging`s aber wieder rockig mit unserer Showband weiter. Die Jungs heizten den Gästen gehörig ein und empfingen dafür Lob von allen Seiten. Da wir ja strenge Vorgaben bezüglich unserer Mitternachtsshow hatten, gab es ja diesmal keine Stripperin. Die Showeinlage war aber trotzdem vom Feinsten. Einige Damen legten eine Coyote Ugly Show hin, dass so manchem das Blut in Wallung brachte. Nachdem die Band ihre Aktivität einstellte, ging es wieder in die Bar, um sich den letzten Absacker zu genehmigen.

Am Sonntag nahmen die Teilnehmer ihr Frühstück an der Justizvollzugsschule ein und verabschiedeten sich von uns. Viele gingen mit dem Schwur auseinander sich im nächsten Jahr in Kiel wieder zu treffen. Wir freuen uns heute schon darauf, zumal wir beim nächsten Treffen wieder das Feiern in den Vordergrund stellen können. Der Sonntag war für uns der Tag des Aufräumens und am Abend freute man sich nur noch auf eine Dusche und sein Bett.


GOTTI

Chronist der Jail-Riders Straubing
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