9. bundesweites Motorradtreffen der Justiz in Ascheberg bei Kiel ausgerichtet von den MF Haft Kraft Kiel ( vom 10. bis 12.07.2009 )



Kurzfassung für alle Lesefaulen :-)


Wie wir alle wissen, geht es bei den Justiztreffen nicht darum, andere Treffen zu toppen oder zu kritisieren. Der Sinn liegt darin, sich bei guter Atmosphäre gegenseitig auszutauschen und Spaß zu haben. Und damit das alles klappt, bedarf es einer guten Organisation. In dieser Disziplin haben sich die Haft Kraftler sehr gut geschlagen. Leider haben sie es verpasst eine E-Mail an Petrus zu senden, damit der ihnen schönes Wetter schickt. Es war sehr durchwachsen und einfach zu kalt für diese Jahreszeit. Dieser Umstand war es dann auch, dass die 1000er Marke der letzten Jahre nicht erreicht wurde. Um die 700 Biker sollen Vorort gewesen sein. Diese Zahl führte dazu, dass ein enormes Einnahmedefizit entstand und der Veranstalter womöglich in die roten Zahlen fährt. Da sich aus diesem Grund keiner mehr dazu bereit erklären will, ein Bundestreffen auszurichten, wurde in der Präsidentenversammlung abgesprochen, wie es in Zukunft weitergehen soll. Es wurde darüber diskutiert, ob es möglich wäre, mit einem bundesweiten Organisationsteam ein Bundestreffen zu organisieren. Vielleicht ist das die Lösung, um weitere tolle Partys zu feiern. Jetzt aber wieder zum Treffen in Ascheberg. Die Livebands der Veranstaltungen fand ich persönlich ganz gut. Leider haben sie es nicht geschafft, den Stadel zum Kochen zu bringen. Die Toiletten wurden als „sehr sauber" beurteilt. Unverständnis kam bei vielen Kollegen wegen der hohen Spenden in Höhe von 6000 Euro auf. Ob man sich da nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt hat, so der Tenor aus dem Volk der Justizbediensteten. Die Preise für Essen und Getränke waren sehr human. Wir bedanken uns nochmals recht herzlich bei den Kollegen der JVA Kiel für die Ausrichtung des neunten Bundestreffens und wünschen ihnen, dass sie, was die Finanzen betrifft, mit einem blauen Auge davon kommen.




Detailbericht


Dieses Jahr sind wir mit 25 Kollegen/innen zum Treffen gereist um unsere Anstalt im etwa 850 Km entfernten Ascheberg in Schleswig Holstein würdig zu vertreten. Dafür durften wir auch einen Pokal für die größte Gruppe in Empfang nehmen.
Die Anreise nach Kiel wurde in vielen kleinen Gruppen angegriffen. Einige verbanden das Treffen mit einem Urlaub und waren bereits am Montag Richtung Norden aufgebrochen. Die Hauptgruppe startete am Mittwoch früh und teilte die Anreise auf zwei Tage auf. Sie übernachteten in Bad Bodenteich. Bei einem abendlichen Ritteressen, das von Ritter Charly geleitet wurde, hatte man viel Spaß. Da es kein Besteck gab, war es ein Essen der etwas anderen Art. Ich persönlich konnte dienstlich begründet erst am Donnertag zur Gruppe stoßen. Mir ist aber zu Ohren gekommen, dass eben dieser Ritter Charly bei der Anreise sehr wählerisch mit Tankstellen war. Letztendlich führte dies dazu, dass er irgendwo in der Pampa stand und sich von einem Kollegen zur nächsten Tankstelle fahren lassen musste. Ein auffällig gelber Reservekanister ist ihm als Souvenir geblieben :-). Doch zurück zur Tafelrunde der Justizritter. Harry kümmerte sich liebevoll um den Schlosshund Brutus. Bei Metwein und Metschnaps saß man in gemütlicher Runde beisammen. Der harte Kern besuchte anschließend noch eine Rockkneipe, bevor der Tag seinen Abschluss fand. Wettermäßig war der Mittwoch sehr durchwachsen und „schauerlich". Am Donnerstag ging der Wettermix weiter. Mir wurde auch zugetragen, dass unser sonst so souveräner Roadcaptain oft das taktische Zeichen zum Sammeln und anschließenden Wenden benutzen musste, obwohl er im hohen Norden oft auf diversen Lehrgängen war :-) . Gegen 13.00 Uhr hatte man kurz vor Ascheberg noch einige Kollegen eingesammelt, die wie bereits beschrieben, von ihren Urlaubsorten zum Treffen unterwegs waren. Gemeinsam wurde dann zum Treffen in Ascheberg gefahren, wo man gegen 14.00 Uhr landete.
Die Kollegen der Haft Kraft Kiel hatten sich redlich bemüht, ein tolles Treffen zu organisieren. Es hat soweit alles geklappt. Das größte Problem stellte das Wetter dar. Es war wochenlang vorher warm und trocken gewesen. Leider war dies an „unserem" Wochenende nicht der Fall. Bei Höchsttemperaturen um die 18 Grad war es definitiv zu kalt. Man konnte nichts planen, da es ein ständiger Wechsel von Sonne und heftigen Regenschauern war. Meine Wenigkeit konnte ja erst am Donnerstag Mittag von zu Hause weg. In einem, außer Tankstopp gebremsten, Nonstopflug fuhr ich die 870 Km in einem Zug. Auch ich durfte diese Wetterkapriolen miterleben :-( . Gegen 22.00 Uhr konnte ich meine Freunde in Ascheberg begrüßen. Danach ging es sofort in die Festhalle. Die Ausrichter mussten uns fast mit Gewalt aus dem Stadl treiben, da wieder mal keiner heimgehen wollte. Dieses Spektakel wiederholte sich täglich.

Freitag, 10.07.09

Den Freitag nutzten wir, um eine Bootsfahrt zu unternehmen. Da das Treffen direkt am Plöner See stattfand, bot sich das ja nahezu an. Per Bootslautsprecher wurden wir über Stadt und Land sowie über Pflanzen- und Tierwelt der Gegend aufgeklärt. Bei einem Halt in Plön stiegen wir aus und erkundeten die Altstadt. Wir fanden ein Lokal, wo man gut bürgerlich und günstig essen konnte. Danach ging unsere Schiffstour weiter. Gegen 15.30 Uhr trafen wir wieder am Veranstaltungsort ein. Einige, mich eingeschlossen, waren ziemlich geschafft von unserem Ausflug. Wir gingen auf unser Zimmer und leisteten uns einen gepflegten Schönheitsschlaf. Abends ging es dann zum Partystadel und man hatte jetzt Zeit, alte Bekannte zu begrüßen und dabei gemütlich ein Bierchen zu trinken. Dies zog sich, zumindest bei uns, wieder mal bis tief in die Morgenstunden hinein, so dass ich am Samstag mein Frühstück ausfallen lies :-( .

Samstag, 11.07.09

Als wir morgens den Vorhang von unserem Zimmer öffneten, schien die Sonne und der Himmel war blau. Ich dachte mir gerade, jetzt wird alles gut als ich ein Rauschen vernahm. Ich drehte mich um und sah nochmals aus dem Fenster. Es regnete in Strömen und ich verstand die Welt nicht mehr. Was soll man bei so einem Wetter unternehmen? Einige nahmen an einer geführten Tour teil. Eine andere Gruppe erkundete Kiel auf eigene Faust. Schnuff und ich entschieden uns für den Motorradkorso zur JVA Kiel. Dort trafen wir eine Gruppe von uns, die an einer Anstaltsführung der JVA Kiel teilgenommen hatte. Leider bremste das unbeständige Wetter den Spaß in alle Richtungen. Viele kamen von den geführten Touren wegen heftigen Platzregen frühzeitig zurück. Beim Start unseres Korsos kam ein derartiger Wolkenbruch von oben auf uns herab, dass sämtliche Teilnehmer blitzartig ihre Mopeds verließen, um irgendwo einen trockenen Unterstand zu finden. Es erinnerte mich an die legendären fliegenden Starts von Le Mans - nur umgekehrt. Bei der Spendenübergabe vor der JVA Kiel wurde ein Scheck in Höhe von 2500 Euro an die Kinderhilfe Ronald McDonald überreicht. Danach wurde im Korso wieder zurück nach Ascheberg gefahren. Eine kleine Gruppe, der auch ich angehörte, suchte sich in Kiel noch ein Strandcafe, wo wir herrlich relaxten. Es war auch ausnahmsweise einige Stunden kein Regen vom Himmel gefallen. Gegen 18.30 Uhr machten wir uns auf den Rückweg zum Treffen. Da um 20.00 Uhr die offizielle Begrüßung stattfinden sollte, wurde noch kurz geduscht und danach hüpften wir in unsere Lederhosen und setzten unsere Spitzhüte auf um uns dann in den Stadl zu begeben. Hier wurden gerade noch etliche Spendenschecks überreicht. Dann wartete eine Überraschung auf uns. „Unser Charly" stand plötzlich auf der Bühne und erklärte, dass der Fortbestand der bundesweiten Motorradtreffen der Justiz sehr gefährdet sei. Weiterhin bekamen wir die Info, dass die Kollegen der Haft Kraft Kiel große Probleme damit haben, mit dieser Veranstaltung nicht in die roten Zahlen zu rutschen. Charly schaffte es, dass man beim Saufen kein schlechtes Gewissen mehr haben musste. Er rief nämlich das neue Motto der Veranstaltung aus. Es hieß „ Saufen für Kiel" - und wer hilft nicht gerne :-) . In diesem Sinne drücken wir den Kollegen aus Kiel ganz fest die Daumen - vielleicht wird ja doch noch alles gut. Weiterhin hörten wir von Charly, dass man versuchen will in einem Bundesorganisationsteam zukünftig Treffen zu organisieren - schau ma mal, würde Beckenbauer sagen. Das Treffen 2010 in Düsseldorf findet auf jeden Fall noch statt und wir freuen uns schon heute darauf. Charly hatte noch eine Überraschung parat. Er rief unsere Präsidentin, die Bine an. Unsere Bine konnte leider krankheitsbedingt nicht zum Treffen mitkommen, was ihr verdammt schwer ankam. Als Charly der Bine am Handy sagte, dass ihr noch jemand etwas sagen will, legten etwa 700 Leute mit den vorher einstudierten Lied los. Aus voller Kehle sangen wir: „wir woll`n die Bine sehn". Ich hab erfahren, dass unsere Präsidentin Tränen in den Augen hatte. Von uns allen „ gute Besserung".
Nach der Ansprache von Charly heizte die Sängerin Gabi Liedtke mit ihrer Band die Stimmung an. Gegen 21.30 Uhr wurden noch Ehrungen und Pokalverleihungen vorgenommen. Wir wurden für die größte Gruppe geehrt. Außerdem bekamen wir ein riesiges Weißbierglas, natürlich gefüllt, als Dank dafür, dass wir diese Art von Treffen ins Leben gerufen haben. Etliche Urkunden für Ausrichten von Justiztreffen wurden ebenfalls an uns überreicht. Nach Mitternacht gab es noch eine gewaltige Strippshow, die sich sehen lassen konnte. Danach wurde es dann ruhiger, da der Eine oder Andere in ein paar Stunden bereits auf dem Moped sitzen wird, um die Heimreise anzutreten.

Sonntag, 12.07.09

Die Heimreise der Jail-Riders war wieder in viele kleine Gruppen aufgeteilt. Eine Vierergruppe, vom Moartl geführt, zog auf die Autobahn und fuhr an einem Tag nach Hause. Ich war ebenfalls mit dabei und musste feststellen, wenn man genügend Pausen macht, ist das Ganze halb so wild. Wir blieben immer nach einer Stunde zu einer Rauchpause stehen und nach der nächsten Stunde wurde getankt. So kam ich entspannt gegen 21.00 Uhr zu Hause an. Andere setzten ihren Urlaub fort und wieder andere teilten die Heimfahrt auf zwei Tage auf. Pannen oder Unfälle kamen mir nicht zu Ohren. Die Nacht im eigenen Bett war traumhaft, denn ich war endlich wieder in einer schnarchfreien Zone :-) .


Fazit:

Man musste feststellen, dass mieses Wetter viel verderben kann. Trotzdem muss man den Kollegen der Haft Kraft Kiel ein riesen Kompliment aussprechen. Sie haben sich sehr viel Mühe gegeben und ein tolles Treffen ausgerichtet. Bleibt uns nur noch zu wünschen, dass es auch in ein paar Jahren noch solche Treffen gibt.



GOTTI - Chronist
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