10. bundesweites Motorradtreffen der Justiz in Viersen
Ausgerichtet von den Kerkermeister - Düsseldorf
vom 02. bis 04. Juli 2010


Entschuldigung:

Dieser Bericht sollte längst online sein. Leider ist mir der Supergau passiert und meine ca. 200 Fotos vom Treffen sind vernichtet worden. Meine Kamera zeigte mir am Samstagabend einen Speicherfehler an. Seit dem geht nichts mehr. Seit Tagen versuche ich mit Wiederherstellungsprogrammen an meine Bilder zu kommen. Leider ohne Erfolg. Ich werde aber Bilder nachliefern, sobald ich an welche rankomme - versprochen.

Vorwort:

Dieses Jahr waren wir alle besonders gespannt auf das Jubiläumstreffen in Viersen. Es stand nämlich bis dato noch nicht fest, ob sich für die kommenden Jahre noch eine Anstalt finden wird, die ein weiteres Bundestreffen ausrichtet. Wer wissen will, ob es auch in Zukunft Motorradtreffen der Justiz geben wird, muss leider noch ein paar Zeilen weiter lesen :-).

Donnerstag, 01. Juli 2010

Dieses Jahr sind wir mit 17 Jail-Riders angereist, was aufgrund unserer momentan sehr angespannten beruflichen Situation schon bemerkenswert ist. Das Ziel Viersen lag von Straubing 630 Kilometer entfernt. Diese Distanz wurde von den schnellsten mit einer Zeit um die sechs Stunden bewältigt. Meine Gruppe meisterte die Strecke in 7 Stunden. Eine Gruppe teilte die Anreise auf 2/3 Landstraße und 1/3 Autobahn auf. Sie benötigten etwa 9 Stunden.
Das Hauptfeld startete donnerstagmorgens und traf am späten Nachmittag beim Treffen ein. Mein besonderer Dank geht an diese Gruppe, da sie alle Zelte, auch derer, die noch auf der Strecke waren, aufbauten. Ebenfalls einen sakrischen Dank an unseren Fahrer des Begleitfahrzeuges, den Moartl. Ohne ihn hätte ich ein riesen Problem gehabt, da ich mir ein sogenanntes Wurfzelt zugelegt habe. Dieses ist zwar sehr praktisch im Auf- und Abbau. Mit einem Packmaß von über 60 cm Durchmesser ist es für das Anbringen an ein Moped aber gar nicht geeignet. Kann mir gut vorstellen, dass ich bei Tempo 150 auf der Autobahn damit abgehoben wäre :-) .
Absolut erwähnenswert ist das tolle Wetter dieses Wochenendes. Wir hatten zeitweise über 35 Grad im Schatten, wenn man einen fand :-) . Es ist für uns Jail-Riders das erste Mal, dass wir für die Hin- und Rückfahrt zu einem Treffen keinen Regenkombi brauchten :-) . Nachdem am Donnerstag abends auch die letzten Nachzügler angekommen waren, steuerte man den Bierstand an, um den Flüssigkeitshaushalt wieder aufzufüllen. Die Kerkermeister waren hinsichtlich der Zahl der Anwesenden am Donnerstag etwas überrascht. Sie hatten an die 160 Personen gemeldet, erschienen sind aber an die 300 Biker. Sie bemühten sich aber, uns bei Laune zu halten und heizten sogar den Grill an. Leider merkte ich das wieder einmal zu spät und als mich der Hunger überraschte, war die Grillglut erloschen. Aber bei einer gut organisierten Gruppe alles kein Problem. Das Thema wurde kurz in der Gruppe angesprochen und schon fanden sich ein paar Jail-Riders, die den Gotti nicht verhungern lassen wollten. Dank an Harry und Detlev. Bei diesem ersten Zusammentreffen mit Kollegen aus anderen Anstalten, will ich gleich den Theo aus Aachen grüßen und mich für den tollen Karnevalsorden bedanken, den er mir feierlich verliehen hatte. In geselliger Runde ging es bis in die frühen Morgenstunden, als uns die Ausrichter erklärten, dass irgendwann mal Schluss sein muss. Höflich aber bestimmt wurden wir also ins Bett geschickt, aber nicht ohne ein Bierchen, dass wir auf den Weg zum Zelt zu uns nahmen. Gegen halb vier Uhr morgens war dann Zapfenstreich.

Freitag, 02. Juli 2010

Gegen 09.00 Uhr kroch ich aus meinem Zelt und suchte erst einmal ein Aspirin. Entweder lag es am Bier oder an der Menge des Bieres, was zu diesem Umstand führte. Wir werden es wohl nie erfahren. Dann ging ich mit meinen Kollegen zum Festzelt. Die Ausrichter haben nämlich extra für die Frühanreiser gegen einen Obolus ein Frühstück organisiert. Da der Freitag ja erst der Tag der Anreise war, gab es kein Programm für diesen Tag. Aufgrund des bärigen Wetters, entschlossen sich einige Jail-Riders baden zu gehen. Unser Roadcaptain Erich hat schon einen Baggersee ausgesucht, der etwa 20 Minuten vom Treffen entfernt war. Der Rest der Jail-Riders beschloss den nächsten Aldi anzusteuern um sich etwas mit Mineralwasser einzudecken. Die Ausrichter verlangten für einen Liter Wasser 4 Euro, worin allerdings 2 Euro Pfand inbegriffen waren. Das war dem Einen oder Anderen dann doch etwas zu teuer. Am Baggersee war es für uns ein richtiger Urlaubstag. Nur faulenzen und ab und zu zum Kiosk wandern, um eine Radler zu trinken oder etwas zu essen. Das war wirklich das Beste, was man bei über 36 Grad Temperatur machen konnte. Gegen 17.00 Uhr fuhren wir geschlossen zum Treffen zurück. Nach einer gepflegten Dusche machte man sich auf den Weg zum Festzelt. Dort folgte das Ritual, dass sich seit Jahren eingespielt hat. Man trifft Bekannte und Freunde und plaudert und plaudert und .... Die musikalische Unterstützung klang aus dem Bierzelt. Aufgrund der Hitze suchten sich die meisten einen Platz im Freien. Für die Band war das bestimmt nicht so toll, wenn sie vor einem halb leeren Zelt spielen musste. Sie gab dennoch ihr bestes. Nach meinem Geschmack war die Musik sehr gut. Auch Stockis Band will ich mit viel Lob versehen. Das Highlight in musikalischer Hinsicht war die Samstagabend Band Mrs. Bean. Sie erfüllten ihren Auftrag mit vollem Erfolg.
Am Freitagabend gab es eine Überraschung, mit der wohl keiner von uns gerechnet hatte. Die Hälfte der anwesenden Jail-Riders Straubing wurde zum Arbeitsdienst verdonnert. Die Düsseldorfer hatten große Probleme mit dem Worthalten ihrer Kollegen. Ihr Präsi hatte zahlreiche Zusagen von seinen Leuten für den Abendausschank. Letztendlich blieben diese aber weg und somit waren die Kerkermeister hoffnungslos überfordert. Unser Organisator, der Charly hat es zustande gebracht, dass die Kollegen zahlreicher Anstalten sich bereit erklärten, beim Ausschenken und bei der Ausgabe der Getränke zu helfen. Dies klappte dann ganz gut. Auch am Samstag wurde diese Praxis angewandt. Gegen 3.30 Uhr früh endete der Freitag mit dem weiten Weg vom Festzelt zu meinem Minizelt.

Samstag, 03. Juli 2010

Das mit dem Aspirin kann ich an dieser Stelle weglassen, es wiederholte sich sowieso täglich :-) . Auch der Tagesablauf des Samstages spiegelte den des Freitags wieder. Wir fuhren nämlich auch am Samstag zu unserem Baggerweiher und erlebten wie am Freitag einen herrlichen Urlaubstag, mit der Änderung, dass diesmal wesentlich mehr Biker dabei waren. Kollegen von anderen Anstalten gliederten sich uns an und so belegten wir einen stattlichen Platz unter dem schattenspendenden Baum. Wie kleine Kinder belagerten wir die Plattform im See und jeder der sich unserer Insel näherte wurde „versenkt" :-) .
Gegen 15.00 Uhr war es dann höchste Zeit zum Treffen zurück zu fahren, da das WM Spiel Deutschland gegen Argentinien angesagt war. Die Ausrichter versprachen eine riesen LCD Leinwand. Diese war dann aus irgendwelchen komischen Gründen aber nicht lieferbar. Stattdessen gab es ein TV Gerät und eine Beamervorstellung. Wie sagt man: " in der Not frisst der Teufel Fliegen". Nichts desto Trotz wurde es ein unvergessenes Erlebnis für alle Beteiligten. Bei der Nationalhymne standen wir geschlossen auf und sangen gemeinsam mit. Die Gänsehaut lässt grüßen :-) . Als das Spiel dann noch 4:0 für Deutschland endete, feierten alle ausgelassen. Das ging bis ca. 20.30 Uhr. Dann kam nämlich der offizielle Teil der Veranstaltung. Die Ausrichter hatten auch hierbei wieder besonderes Glück. Ein großer Teil der Anwesenden saß nämlich im Freien und dachte nicht daran ins warme Festzelt zu gehen. Plötzlich ein Donner und gleich darauf regnete es, sodass letztendlich doch alle Anwesenden das trockene Zelt aufsuchten. Das Orgateam entschuldigte und bedankte sich gleichzeitig dafür, dass fremde Anstalten bei ihrem Fest mit anpacken mussten. Es wurde verkündet, dass 3570 Euro gespendet wurden. Der Hauptanteil ging an die Bruderschaft des Seligen Gerhard e. V. sowie an die Jugendpsychiatrie des RK Viersen. Angeblich gab es auch einen Korso und Ausfahrten, was ich leider nicht wahrgenommen habe. Aber wie man sieht, ging das auch ohne mich :-) . Im offiziellen Teil ging es mit Ehrungen weiter. Ich habe alle im Detail fotografiert, leider weiß ich nun nicht mehr, wer alles mit Preisen beschenkt wurde. Ich denke es wird sich auf irgendeiner Homepage finden. In Erinnerung ist mir nur, daß Walter wieder einmal als ältester Teilnehmer gefeiert wurde - Grüße dich hiermit Walter und du bist der Beste :-) . Die weiteste Anreise und die größte Gruppe stellten Kollegen aus Dänemark. Ältestes Moped war Baujahr 1978. Mehr weiß ich momentan nicht mehr. Nun aber kommt das Wichtigste, was ich anfangs schon beschrieben hatte. Die Frage, gibt es in Zukunft weitere Bundestreffen? Hier wurde verkündet, dass für das Jahr 2011 eine Kooperation zwischen den Anstalten aus Heimsheim, Stuttgart, Pforzheim und Rottenburg o. d. T. stattfindet und sie gemeinsam das nächste Treffen ausrichten werden. Man erklärte aber auch, dass die Feste in Zukunft nicht mehr die Dimension der vergangenen Treffen haben werden. Aber Hauptsache es geht weiter. Nun nahmen die Ausrichter noch einige Gastgeschenke entgegen, bevor die Band Mrs. Bean ihr Bestes gab. Zur Mitternachtsshow fanden die Ausrichter zwei ganz arme Mädchen, die sich nicht einmal Kleider leisten konnten. Völlig nackig mußten sie auf der Bühne rumtanzen. Mir persönlich tun diese Mädchen immer furchtbar leid :-). Danach gab`s wieder Musik. Die Stimmung konnte man schon als sehr ausgelassen bezeichnen. Wir waren sogar so übermütig am Fetzen, dass eine Bierbank dran glauben musste :-) . Unsere Präsidentin hatte uns voll im Griff. Sie sagte fetzen und wir taten dies. Sie sagte mit der Band mitmachen und wir taten dies. Sie sagte irgendwann nach Hause gehen und auch das taten wir - wenn auch widerwillig. Am Zelt angekommen sagte sie plötzlich wieder wir müssen noch ein Bier trinken. Auch das taten wir wieder, diesmal wieder gerne. Irgendwann gegen 03.30 Uhr war dann aber Schluss. Ein paar Stunden Schlaf konnte nämlich jeder gebrauchen.

Sonntag, 04. Juli 2010

Gegen 07.00 Uhr fingen schon die Ersten mit dem Zeltabbau an. Es wurde immer lauter vor meiner Hütte, sodass ich gegen 07.30 Uhr auch herausgekrabbelt bin. Wär ich doch früher ins Bett gegangen, war mein erster Gedanke. Aber es half nichts. Die Zelte wurden verpackt und in unser Begleitfahrzeug geladen. Dann wurde zum Letzen mal gefrühstückt und man verabschiedete sich. Gegen 09.00 Uhr brachen wir in Richtung Heimat auf. Die Jail-Riders Straubing teilten sich für die Heimfahrt in viele kleine Gruppen auf. Meine Dreiergruppe war gegen 17.30 Uhr heil zu Hause angekommen. Auch von den anderen Gruppen wurden keine Probleme bei der Heimfahrt gemeldet.

Fazit:

Auch wenn die Ausrichter einige Probleme hatten, das Treffen reibungslos abzuwickeln, so war es doch ein tolles Treffen, was aufgrund des herrlichen Wetters zu einem einmaligen Erlebnis wurde. Ich denke lieber ein paar Probleme bei einem Treffen als gar kein Treffen :-) .


PS: ich möchte mich hiermit bei den vielen Kollegen bedanken, die mich mit viel Lob für das Erstellen dieser Berichte eingedeckt haben. Sie geben mir die Gewissheit, daß es sich lohnt den Aufwand zu betreiben - Danke nochmals.

PS:PS:Gerade habe ich noch etwas erfahren, was die ganze Welt wissen sollte. Unser so erfahrener Roadcaptain Erich, hatte am Samstag Probleme mit seinem Bike. Er erklärte uns, seine Batterie sei zusammengebrochen also im Ar... Erich borgte sich das Moped von Andrea um zu unserem Badesee zu gelangen. Am Abend bei einem erneuten Startversuch stellte Charly fest, daß die Neutralanzeige nicht leuchtete. Er legte den Leergang ein, klappte den Ständer hoch und plötzlich war die Batterie wieder in Ordnung - komisch. Schande über dich mein lieber Erich :-)


GOTTI
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