Bericht vom 13. bundesweiten Motorradtreffen der Justiz in Eschede vom 12. - 14. Juli 2013



Ausrichter: JVA Celle



Donnerstag, 11.07.2013


Wie es in den letzten Jahren zur Gewohnheit wurde, sind unzählige Teilnehmer des Treffens bereits am Donnerstag angereist. So auch wir. Auch diesesmal reisten wir in mehreren Gruppen an. Die Gruppe, der ich angehörte, traf sich um 09.00 Uhr bei Cham zur gemeinsamen Abfahrt. Über die B 20 und B 22 führte uns Roadcaptain Erich nach Bayreuth. Von da ging es auf die Autobahn, um noch am späten Nachmittag in Eschede anzukommen. Eine zweite Gruppe von uns startete bereits gegen 07.00 Uhr von Regensburg aus. Sie wollten die Autobahn möglichst meiden, was dazu führte, daß sie erst nach uns gegen 18.00 Uhr beim Treffen ankamen. Insgesamt kamen wir auf eine beachtliche Zahl von 25 Straubingern, die ihren Spaß beim Treffen in Eschede hatten. Nach der Ankunft begann das lästige Zelte aufbauen. Hier gilt unser besonderer Dank wieder unserem Harry und unserem Mane, die bereits am Mittwoch vor Ort waren, um die besten Zeltplätze für uns zu sichern. Beim „lustigen" Zelteaufbau entluden sich die Anspannungen der langen Anreise ( 650 KM ) in der Form, daß Nicole und Mike sich um ihre Zeltheringe stritten. Bald darauf war der Streit aber wieder beigelegt. Als alle Zelte standen wurde die Örtlichkeit erkundet und für gut befunden. Die Kollegen der JVA Celle richteten ihr Treffen zwischen dem Sportgelände und dem Freibad aus. Das Freibad wurde von uns gut besucht. Mir ist leider kein einziger Fall zu Ohren gekommen, das jemand den Sportplatz genutzt hätte :-) Das Wetter war am Donnerstag durchwachsen und kühl. Man konnte es allerdings mit passender Kleidung sehr lange im Freien aushalten. Alte Bekanntschaften wurden schnell gefunden und bei heißer Dosenmusik genoß man den Abend auch ohne Programm. Einen Programmpunkt gab es dann doch noch für uns. Wir haben nämlich unseren Matze bei den Jail-Riders Straubing aufgenommen. Erst sollte das im kleinen Kreis geschehen. Als die Kollegen der anderen Anstalten dies mitbekamen, wollten sie das Spektakel auch miterleben. Deswegen musste unser neues Mitglied auf der Showbühne die Aufnahmerituale über sich ergehen lassen. Als erste Aufgabe mußte er innerhalb 10 Minuten 15 BH`s der anwesenden Damen einsammeln. Dies wurde mit Bravur erledigt. Sogar zwei mehr als gefordert lagen unserer strengen Jury zu Füßen. Als nächstes musste Matze eine Goaßmaß mit gesunden Kräutern und einigen rohen Eiern auf Ex lehren. Hierbei ging es ihm gar nicht so gut. Als Zugabe bekam unser Hias noch einige Becher mit eingelegten Früchten vorgesetzt. Auch diese leerte er ohne mit der Wimper zu zucken. Beim letzten Aufnahmepunkt sah es nicht gut für ihn aus. Er musste mit Stocki ein Lied singen. Als Matzes Vater meinte, der macht alles, nur nicht singen, glaubte ich die Aufnahmeprüfung sei gelaufen. Unser Neuer nahm das Mikro in die Hand und mischte sich unters Volk damit ihm die Leute beim Singen unterstützen. Alle machten bereitwillig mit. Da der Aufnahmepunkt lautete, ein Jail-Rider müsse die Leute unterhalten können, einigte sich die Jury, das Matze alle Kriterien erfüllt hat und somit ein neues Mitglied der Jail-Riders Straubing ist. Nun bekam er noch seine Kutte angezogen und danach lies er sich kräftig feiern. Ich für meinen Teil ging gegen 02.00 Uhr ins Zelt und war relativ nüchtern. Normalweise ist das nicht der Fall. Bei den letzten Treffen kümmerte sich „Theo" sehr fürsorglich darum, daß mein Kopf am nächsten Morgen zu platzen drohte. Jetzt weiß ich gar nicht, ob ich glücklich oder traurig darüber sein soll, daß es mir am Freitag morgen relativ gut ging. Ich glaube mit Theo war es schöner - wo ist THEO ???


Freitag, 12.07.2013


Da es mir wie gesagt relativ gut ging, konnte ich auch ein herzhaftes Frühstück genießen, daß die Verantwortlichen freundlicher weise bereit gestellt hatten. Danach hingen wir ersteinmal ab, bevor man den Tagesablauf besprach. Eine Gruppe beabsichtigte die herrliche Altstadt von Celle zu besichtigen. Das interessierte mich auch und ich glaube keiner bereute den kleinen Ausflug. Der Rest der Truppe ging ins Freibad, wo unser Charly wieder seine berühmten Wasserspiele durchführte. Nach einer ausgiebigen Dusche ging`s dann wieder auf den Festplatz. Das Wetter war ausgespochen gut, so daß man sich im Freien aufhalten konnte und die Verkaufsstände besichtigt wurden. Nun besuchte man wieder alte Bekannte und feierte ausgelassen. Gegen 23.00 Uhr bewegten sich die Massen ins Zelt, da ein leicht bekleidetes Fräulein einen heißen Strip hinlegte. An diesem Abend gab es eine Liveband. Leider bekam ich nicht recht viel davon mit, da ich die meiste Zeit im Freien war. Musikkenner bescheinigten der Band eine eher durchschnittliche Leistung, was wohl auch daran lag, daß ihr Equipment nicht das Beste war. Eine Sache war da noch, die es wert ist, erwähnt zu werden, da sie sehr mysteriös war. Unser Vize Erich verlieh leichtsinnigerweise seine Kutte, welche daraufhin unauffindlich verschwunden war. Ich träumte schon vom Kuttenbier und einer ausgiebigen Brotzeit. Den ganzen Samstag war Erich ohne Kutte und wenn man ihn darauf ansprach, war er sehr gereizt. Am späten Nachmittag fand er seine Kutte fein säuberlich zusammengelegt in seinem Zelt wieder. Komisch daran ist aber, dass keinerlei Auslöse verlangt wurde. Wahrscheinlich werden wir nie erfahren, wer dahinter steckt. Gegen 02.30 Uhr suchte ich mein Zelt auf und wußte genau, dass mich wieder mächtig frieren wird. Sogar eine extra gekaufte Decke half da nicht. Mein Sommerschlafsack war einfach zu dünn für diese kalten Nachttemperaturen. Und trotzdem - ich lebe noch :-)


Samstag, 13.07.2013


Gleich nach dem Aufstehen sagte ich zu Erich, daß seine Kutte bei Ebay für 300 Euro versteigert wird. Leider verstand er in der Sache immer noch keinen Spaß und trotzdem musste er noch einige dumme Sprüche über sich ergehen lassen :-) Nach einem ausgiebigen Frühstück beschloss man den Tag ruhig angehen zu lassen. Wir bewegten uns ins Freibad und blieben den ganzen Tag über dort. Lediglich Heinz nahm an einer Tour teil, die eine Besichtigung der JVA Celle Salinenmoor beinhaltete. Er war begeistert von der Einrichtung. Meine Wenigkeit begab sich gegen 11.00 Uhr ins Freibad, da mir eine gute Bekanntschaft, die Sonja erzählte, daß einige ihr Seepferdchen ablegen wollen. Insgesamt acht Kollegen absolvierten mit Erfolg ihre Prüfung. Das Schwierigste war wohl eine extra erfundene Prüfung des Bademeisters und zwar eine Arschbombe vom Dreimetersprungbrett. Ich glaube da hätte der eine oder andere von uns verweigert. Aber alle Teilnehmer des Seepferdchensabzeichen haben auch diesen Teil mit Bravur bestanden. Nach der kurzen Einlage ging ich zum Zeltplatz und erlebte, wie die Simone den Mike operierte. Man braucht schon starke Nerven, wenn eine nicht zimperliche Österreicherin mit einem Brotzeitmesser einen Span aus der Ferse holt. Alle Nichtbeteiligten hatten einen heiden Spaß an der OP. Mike wurde zwischendurch mit Wodka betäubt. Zum Abschluss bekam er ein Panzerband um die Wunde gewickelt. Ob Mike sein Bein noch hat, weiß ich nicht :-) Mir knurrte Mittag schon der Magen. Aber ich wollte noch nichts essen, da unser Mane und der Udo mit den Leuten vom Freibadkiosk am Vortag ausmachten, dass sie extra für uns einen echten bayerischen Wurstsalat herrichten wollen. Kurz vor drei war es dann soweit. Eine riesige Schüssel wurde von der Köchin an unseren Tisch geliefert. Dazu gab es frische Brezen und ein erfrischendes Weißbier - fast wie zu Hause hat es geschmeckt. Die Schüssel wurde innerhalb kürzester Zeit leer gegessen. Die Kioskcrew brachte uns sogar noch einen weiteren Kranz Lyoner, der auch noch ratzeputz verspeist wurde. Da meine Kollegen mit ihren vollen Mägen zu keinen weiteren Aktivitäten bereit waren, entschied ich mich, alleine am angesagten Korso mit Spendenübergabe teilzunehmen. Zufällig fand ich Heinz, der ebenfalls den gleichen Gedanken hatte. Der Korso führte 11 Km in eine Richtung, dann eine einzige Kurve und dann wieder 11 km zurück. Insgesamt trafen wir etwa 8 Personen am Wegrand an und die waren eher geschockt als erfreut :-) Abends klärte uns der Eschedener Bürgermeister auf, daß Niedersachsen das dünnst besiedelte Bundesland ist. Da dachte ich mir, das stimmt wohl. An einer Schule in Eschede fand dann die offizielle Spendenübergabe statt. Folgende Vereine wurden mit Spenden bedacht: Freiwillige Feuerwehr, Freibadförderverein, Rotes Kreuz, Sportverein. Nach der Verteilung der Gelder ging es wieder zum Treffen zurück. Da es ziemlich warm war, gönnte ich mir ersteinmal eine Dusche. Dann zog es mich wieder zum Festzelt. Im Zelt war eine Tombola zu Gange. Der Erlös wurde am Abend bei der offiziellen Begrüßung an Planken Party e.V. übergeben. Es waren immerhin 1500 Euro. Dieser Verein kümmert sich darum, daß auf kurvigen Motorradstrecken eine zusätzliche Leitplanke unter der vorhandenen Planke montiert wird. Leider ist diese Summe nur ein Tropfen auf den heißen Stein, da uns erklärt wurde, daß für diese Spende lediglich eine einzige Kurve nachgebessert werden kann. Pokale haben wir diesmal keine bekommen. Unser Christian erhielt aber eine besondere Auszeichnung, nämlich ein U-Boot. Ich wußte so gar nicht, was es damit auf sich hat und lies es mir deshalb erklären. Nachdem ich es jetzt weiß, muß man nicht unbedingt stolz darauf sein :-) - aber besser als gar nichts. Nach den offiziellen Reden spielte die Band Age on Fire auf. Die älteren Jungs machten gute Musik, natürlich nicht für jeden Geschmack, aber unsere Bine sagte, daß man auf ihre Musik wunderbar tanzen konnte. Da am nächsten Morgen die Abreise anstand, hielt man sich mit alkoholischen Getränken zurück. Gegen 23.00 Uhr gab es noch eine Darbietung, von der ich bis jetzt nicht weiß, ob es spaßig war oder überflüssig. Eine reife Diva erschien und enthüllte sich obenherum. Auf den Brüsten hatte sie geklebte Teile, die in Drehung versetzt wurden. Wie gesagt, nicht jedermanns Sache. Danach gab`s noch einen Absacker und dann ging`s ins Zelt. Endlich einmal ohne zu frieren.



Sonntag, 14.07.2013


Mich fror nicht, weil sich der Himmel bewölkte und es sah stark nach Regen aus. Da die meisten Zelte in einem Begleitfahrzeug zwischengelagert wurden ( Dank an Martin ), sollten sie trocken bleiben. Deshalb war schon ab 06.30 Uhr reges Treiben auf dem Zeltplatz. Die Zelte waren alle abgebaut, aber geregnet hat es nicht - auch recht. Nach dem letzten Frühstück in Eschede machte sich die erste Gruppe, der auch ich angehörte, auf den Heimweg. Zwischen 17.30 Uhr und 19.00 Uhr waren alle Jail-Riders Straubing heil und gesund aber erschöpft zu Hause angekommen.



Fazit vom Treffen:

Die Kollegen der JVA Celle haben eine sehr gute Arbeit geleistet. Mir fällt auf Anhieb kein einziger Punkt einer Beschwerde ein. Sogar mit dem Wettergott hatten sie sich kurz geschlossen und es gab die ganzen vier Tage keinen Regen. Einen aufrichtigen Dank an die Kollegen aus Celle, die jetzt auch wissen, was es bedeutet, ein Bundestreffen auszurichten und es vielleicht bei Gelegenheit wiederholen :-)



Gotti
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