Bericht zum 15. Bundesweiten Motorradtreffen der Justiz auf der Burg Herzberg - ausgerichtet von der JVA Hünfeld



Vom 10.07.15 - 12.07.14 fand das 15. Bundesweite Motorradtreffen der Justiz statt. Austragungsort war diesmal die Burg Herzberg. Die Kollegen der JVA Hünfeld fanden eine noch nie dagewesene Lokation, die absolut besonders war. Zum Einen wegen der einmaligen Lage mit weitem Ausblick übers Land und zum Anderen wegen der abgelegenen Lage, wo kein Nachbar gestört wurde. Schon jetzt möchte ich anmerken, dass die Hünfelder in die Geschichtsbücher der Bundestreffen eingehen werden.

Donnerstag, 09. Juli 2015

Die Straubinger reisten wie immer in etlichen Gruppen zum Treffen an. Die Hauptgruppe traf sich am Donnerstag um 09.00 Uhr in Schwandorf zur gemeinsamen Anreise. Wieder geht mein besonderer Dank an unsere Vorhut, die bereits am Mittwoch anreiste um uns den besten Zeltplatz zu reservieren. Unser Roadcaptain Erich lotste uns wie immer sicher ans Ziel. Allerdings konnte auch er es nicht verhindern, dass uns die Franken, die von uns Bayern ja immer etwas gehänselt werden, uns dies in Form eines heftigen Regenschauers zurückgaben. Wir hatten noch 13 Grad und da die letzten Tage ja sehr heiß waren, fuhren die meisten nur mit T- Shirt unter der Motorradjacke, wie auch ich. Uns hätte es fast erfroren. Ich sagte zu meinen Bikerfreunden, wenn ich ein Mädchen wäre, würde ich jetzt heulen. Der Regen hörte aber bald wieder auf und wir kehrten zum Mittagstisch in Breitengüßbach in ein Lokal ein. Hier bekam ich mein erstes „Seidele" . Wer denkt, ich bekam was zu trinken, irrt sich. Im Bierkrug waren die Pommes, die zum Pfefferkotlett geliefert wurden. Na ja, eben Franken :-) Es war allerdings schon sehr lecker. Dann gings weiter zum Treffen. Gegen 15.30 Uhr waren wir am Ziel. Unsere Zelte, die wieder unser Moatl im Wohnwagen verstaut hatte, waren auch schon vorort, sodaß man gleich mit dem Zeltaufbau begann. Dann wurde die Lokation bestaunt. Die Burg lag da wie im Bilderbuch. Es hingen zwei Spanferkel auf dem Grill und ein Imbisswagen war auch neben dem Festzelt. Ich kredenzte mir, nicht nur einmal, die leckere Wildschweinbratwurst. Leider war auch Theo schon angekommen, was für mich bedeutete, dass ich eine Aspirin für den nächsten Morgen benötigen werde. Es waren schon sehr viele Gäste am Donnerstag angereist. Zur Überraschung aller marschierte gegen Abend ein fescher Spielmannszug aus Alsfeld mit allerlei Instrumenten und Dudelsäcken auf. Später spielten der Stocki und sein Spezl auf ihren Gitarren auf, was sehr gut bei den Besuchern ankam. Dies ging bis in den frühen Morgen hinein. Bei Auffrischen von alten Freundschaften und guten Gesprächen floß das eine oder andere Bier. Gegen drei Uhr morgens suchte ich mein Zelt auf.

Freitag, 10. Juli 2015

Der Freitagmorgen war natürlich wieder weniger lustig. Aber Dank der Pharmaindustrie und einem ordentlichen Frühstück erwachten die Lebensgeister wieder in mir. Am Freitag wurde tagsüber richtig gechillt.
Ab 13.00 Uhr veranstalteten die Burgherren die Burgolympiade, bei denen auch ein Quad zum Einsatz kam - ob es zur Ritterzeit bereits ein solches Gefährt gab, glaube ich eher nicht :-). Abends wurde im Festzelt das Essen angerichtet. Auch hier gab es nichts zu meckern. Das Essen war lecker und die Auswahl ausreichend. Gegen 20.45 Uhr wurden wir von Jörg, in gewohnter kurzer Form, begrüßt. Danach spielte uns die Band BBC Rock beeindruckend auf. Beim Aufbau ihrer Anlage dachten sich einige, das wird wohl nichts. Doch die Jungs von BBC verstanden es, sich bei den Gästen durch ihre sympathische Art, einzuschmeicheln. Ihre Musik war genau richtig. Mit ihren Classic Rocks erweichten sie jedes Bikerherz. Sie spielten ausdauernd bis ca. 01.30 Uhr. Vielen Dank nochmals an die Jungs. Dann plauderte man noch ein Stündchen und zumindest ich verabschiedete sich dann ins Zelt. Da die Nacht vorher schweinekalt war, suchte ich mir alles Mögliche an Klamotten zusammen, um nicht zu erfrieren. Aber Gott sei Dank war es nicht mehr ganz so kalt wie am Vorabend.

Samstag, 11. Juli 2015

Am Samstag wurden einige Ausfahrten angeboten, die aber nur unser Udo nutzte. Er fuhr in der Gruppe der Supersportler mit. Da er aber eine GS fährt, war für Udo Anreiz genug , um es den schnellen Jungs zu zeigen, das auch ein GS Fahrer mithalten kann. Der Rest ging zum Baden oder chillte am Zeltplatz. Wer Lust hatte konnte auch an der Burgolympiade, die bereits am Vortag begann, teilnehmen. Ich lies mich nachmittags von meinem Navi durch die Gegend führen. Man muß nur „kurvenreiche Strecke" eingeben und es passt. Hab mir die JVA Hünfeld von Aussen angesehen. Mir ist zu Ohren gekommen, dass eine Führung durch uns vom Ministerium verboten wurde :-( Dann führte mich mein Navi zu einem wunderschönen Waldbad in Oberaula. Danach fuhr ich wieder zum Treffen, wo mir gerade die Teilnehmer des Motorradcorsos entgegenkamen. Um 18.00 Uhr fand dann die Präsiversammlung statt, auf deren Ausgang ich besonders gespannt war, da hierbei immer die Ausrichter der nächsten Treffen besprochen werden. Unser Charly hat uns schon wieder auf die Ausrichtung eines Treffens eingeschworen, da wir der Ansicht waren, das die Zukunft der Bundestreffen nicht sehr rosig aussehen würde. Wir wurden eines Besseren belehrt. Mir wurde erzählt, dass es fast zu Rangeleien kam, da jede Anstalt ein Treffen ausrichten wollte - komisch, aber auch beruhigend. Es wurde verkündet, dass bis 2021 die Bundestreffen gesichert sind. Nächstes Jahr geht es auf jedenfall nach Berlin. Gegen 20.00 Uhr wurden die Offiziellen ans Mikro gerufen. Erst bedankte sich der Burgherr, und stellte uns seine Burg vor. Besonders gut kam dabei an, dass wir nicht das wertvolle Wasser, welches aufwendig zur Burganlage hochgepumpt werden muss, trinken sollen, sondern lieber Bier. Für die Überlassung seiner Burg an die Biker wurde ihm ein Scheck über 3000 Euro überreicht, was ihn sichtlich angenehm war. Als nächster Redner wurde der Anstaltsleiter der JVA Hünfeld ans Mikro gebeten. Er fand, dass Präsi Jörg, der für seine angenehme zurückhaltende Art bekannt ist, ein guter Redner sei und er die nächsten Dienstbesprechungen abhalten solle. Jörg meinte nur, da werde er dann nicht mehr teilnehmen. Jörg gab dann das Mikro auch gleich an seinen Vize, der die Ehrungen vornehmen sollte. Es gab je ein Holzschwert für die JVA Straubing, die das erste Bundestreffen veranstaltete. Weiter gab es Schwerter für den Ältesten Teilnehmer, was ja wieder mal Walter war, dann für den Jüngsten Teilnehmer, dann für das älteste Moped, für die weiteste Anreise, für die Gewinnerin der Burgolympischen Spiele - Gruß an Sonja, danach für die allererste Anmeldung, sowie die letzte Anmeldung für 30 Euro und die erste Anmeldung für 50 Euro. Die Sanis bekamen auch noch ein Schwert. Alle Ehrungen konnte ich mir leider nicht merken. Ein Geehrter war auf jedenfall sehr überrascht. Er bekam den Reierpokal. Die Geschichte dahinter wurde uns auch erklärt. Nachdem er zuviel getrunken hatte, musste er sich übergeben. Er tat dies aber nicht im Zelt oder in der Nähe seiner Freunde, sondern suchte das Weite und entleerte sich über den Zaun ans angrenzende Niemandsland. Nach den zahlreichen Ehrungen spielte die Band Backhome auf. Sie war qualitativ höher anzusetzen als die Band des Vorabends, schaffte es aber leider nicht sich wie die Band BBC in Szene zu setzen. Das lag aber auch daran, dass es am Vorabend viel kälter war und fast alle Teilnehmer das Zelt aufsuchten. Am Samstagabend war es sehr lau und deswegen hielten sich sehr viele im Aussenbereich auf. Alle waren auf die angekündigte Überraschung um 24.00 Uhr gespannt. Zum Leidwesen Vieler gab es keine Stripperin, sondern ein farbenprächtiges Feuerwerk hoch über der Burg, was natürlich sehr beeindruckend war. Danach wurde es dann stiller im Zelt, da die meisten eine längere Heimreise vor sich hatten.

Am Sonntag wurden gegen 07.00 Uhr die Zelte abgebaut und nach einem kräftigen Frühstück ging es ab nach Hause. Alle sind gut angekommen und brauchen wohl, wie auch ich, ein paar Tage um sich von den „Strapazen" zu erholen.


Fazit: Mit einer traumhaften Kulisse können sich die Hünfelder in die Geschichtsbücher der Bundestreffen eintragen. Das Wetter zeigte sich auch von seiner schönsten Seite. Von uns allen noch ein Riesenkompliment an Präsi Jörg und sein Team. Es gab nichts am Treffen auszusetzen.


Gotti - Chronist der Jail-Riders Straubing
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