Bericht zum 16. Bundesweiten Motorradtreffen der Justiz in Biesenthal / Berlin
ausgerichtet von den Serve und Protect Berlin



Am Mittwoch fuhr unser altbewährtes Vorkommando mit Harry, Mane, Dietmar, Heinz und Stephan zum Bundestreffen, das von den Berliner Kollegen ausgerichtet wurde. Unsere Leute suchten uns wieder einmal den besten Zeltplatz vom ganzen Gelände aus. Mane rollte mit seinem schweren Gerät auf die Festwiese bei Biesenthal, nördlich von Berlin, ein. Die Gold Wing hatte wieder den Anhänger dran, mit dem so manches transportiert werden kann, was sonst nicht mit dem Moped geht. Letztes Jahr konnten wir ja seinen Metalldetektor brauchen, den er ebenso an Bord hat wie seine Kaffeemaschine, Pavillon, Kompressor, Dosenschnaps, Klappstuhl, usw. usw. Ohne Mane wären wir aufgeschmissen - danke Mane.

Am Donnerstag rückte die Hauptgruppe der Jail-Riders Straubing an. Los ging`s um 08:00 Uhr am Clubheim in Straubing. Die weite Entfernung von 630 Km wurde hauptsächlich auf der Autobahn zurückgelegt. Gegen 17:00 Uhr kam man am Austragungsgelände in Biesenthal an. Gleich danach wurden die Zelte aufgebaut. Dann gönnte man sich erst einmal ein kühles Bier. Man traf sich mit den Kollegen aus den anderen Bundesländern und plauderte bis in die frühen Morgenstunden. Zwischendrin gratulierten wir unserer Mailin noch zum Geburtstag und sangen ihr ein Ständchen. Den Rest des Abend unterhielt uns Stocki mit seinem Spezl auf ihren Gitarren.

Am Freitag relaxten wir gemütlich unter unserem Pavillon. Gegen Mittag lies ich mich von meinem Navi in die Hauptstadt zum Brandenburger Tor führen. Für mich als Provinzler war das durchaus beeindruckend. Da aber für das Public Viewing am Samstag aufgebaut wurde, war der Platz gesperrt und ich machte mich wieder auf den Rückweg zum Treffen. Nach einem kurzen Erholungsschlaf wurde ich durch unseren wild fuchtelnden Präsidenten Charly jäh aus dem Schlaf gerissen. Er erzählte irgendetwas von einem Drachenbootrennen. Ich dachte ich träume noch. Doch die Sache wurde tatsächlich Ernst. Es wurde mitgeteilt, dass uns die Hannoveraner zu einem Drachenbootrennen herausgefordert hatten, welches am Strandbad des Wukensees von Biesenthal stattfinden sollte. Gefahren werden sollte mit Booten mit je 16 Personen an Bord.
Vorne im Boot einer vom Strandbad, der Anweisungen gibt, hinten ein Steuermann, auch vom Strandbad, der das Boot lenken sollte.

Nach einer Einweisung in die Paddeltechnik und zwei Aufwärmrunden um den See, die alleine schon für einige ziemlich hart waren, nahmen wir zum Start Aufstellung. Unsere Gegner, die Hannoveraner, hatten nicht genug Leute mitgebracht um ihr Boot ausreichend besetzen zu können. Deshalb paddelten bei ihnen fünf Leute vom Stradbad mit - quasi Profis! Nach dem Startkommando war ein leichter Vorsprung für die Hannoveraner zu verzeichnen. Der hielt aber nicht lange. Als wir unseren Takt gefunden hatten, motivierten wir uns bei jedem Einsetzen der Paddel mit dem Schlachtruf „Viking-Roar", der durch die Isländer in der Fußball EM bekannt wurde.
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Wir gewannen derart an Geschwindigkeit, dass der Gegner fast in unserer Bugwelle ersoffen wäre. Durch's Ziel ging's dann mit nicht ganz zwei Bootslängen Vorsprung - und die Boote waren sehr lang! An Land wurden wir von unseren Fans in Empfang genommen und frenetisch gefeiert, derweil verhallte der Viking-Roar nur sehr langsam am Wukensee.
Am Abend spielte eine Live Band im Festzelt. Die Meisten hielten sich aber lieber draußen auf bei einer gepflegten Konversation mit Bier und Bratwurstsemmel, wobei die Chiliekrakauer besonders lecker war.

Der Samstag war wettertechnisch etwas fade. Wir wollten eigentlich gegen Mittag das Strandbad aufsuchen. Genau da fing es zu regnen an und der Sonne, Wolken, Regenmix zog sich durch den ganzen Tag. Am späten Nachmittag wurden wir vom Hannoveraner-Präsi Ralf in dessen Lager eingeladen. Wir marschierten mit Fangesang zu ihnen, bei dem bezugnehmend auf das Rennen am Wukensee der grandiose Sieg noch einmal besungen wurde. Nach einer Ansprache von Ralf bekamen wir drei Schweinchen überreicht, die irgend etwas mit der Übernahme von Hannoveranern in unser „Auslandschapter" Hannover zu tun hatten. Alles habe ich aber nicht kapiert, aber Hauptsache das Freibier schmeckte:-). Nachmittags gab es auch einen Korso, den wir aber fern blieben, da das Wetter etwas verrückt spielte. Auch eine Cheerleader Gruppe zeigte auf dem Festplatz ihr Können. Gegen 18.00 Uhr gab es den offiziellen Teil. Eine großzügige Spende wurde an eine Kinderhospiz Einrichtung überreicht. Im Anschluss gab es noch kleine Erinnerungsgeschenke u.a. für den ältesten Teilnehmer, was natürlich Walter war. Auch der jüngste Teilnehmer wurde bedacht. Die größte Gruppe wurde von den Heimsheimern gestellt. Außerdem wurde die weiteste Anreise von den Dänen prämiert.
Am Abend begann die Rock-Band „Männer" zu spielen. Nach einer Stunde wurde für das Ereignis des Tages unterbrochen, das Viertelfinalspiel der EM, Deutschland gegen Italien. Nach dem nervenaufreibenden Spiel, das Gott sei Dank glücklich für uns endete ( 6:5 ), ging's mit der Hard Rock Band weiter. Die meisten zogen sich nach dem Fußballspiel in ihre Zelte zurück, da am nächsten Tag wieder eine lange Heimreise auf uns wartete.

Am Sonntag ging's mit einem „leichten" Umweg an die polnische Grenzregion nach Hause. Der Grenzübertritt konnte gerade noch abgewendet werden. Als Trostpflaster wurde für die Betroffenen Wiedergutmachung angesagt - schau ma mal :-). Kurze Regenschauer und böiger Wind begleitete uns während der Heimfahrt. Trotzdem kamen alle gut zu Hause an.

Fazit Sport:
Aus sportlicher Hinsicht hatte dieses Wochenende zwei Großereignisse: Den Sieg von Deutschland über Italien bei der Fußball EM und unseren großartigen Rennsieg am Wukensee von Biesenthal, von dem vermutlich noch in tausend Jahren an den Lagerfeuern gesprochen wird.

Fazit Treffen:
Insgesamt gesehen war es ein gelungenes Treffen. Man könnte Kleinigkeiten bemängeln. Jeder von uns muss sich aber bewusst sein, das wir auf einem Motorradtreffen waren und keinen 5 Sterne Urlaub gebucht haben.


Berichtverfasser: Udo und Gotti
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