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19. Bundesweites Motorradtreffen der Justiz 2019 vom

04.07. - 07.07.2019 in Osterburken/Bofsheim
- ausgerichtet von der JVA Adelsheim -


Mittwoch, 03.07.19

Das Vorkommando der Jail Riders Straubing machte sich auf den Weg zum Bundestreffen der JVA Adelsheim, um uns die besten Plätze zu sichern. Diesmal waren Mane und Stephan unsere Helden. Vielen Dank dafür.

Donnerstag, 04.07.19

Die Hauptgruppe startet um 09.00 Uhr von unserem Clubheim aus nach Adelsheim. Roadcaptain Erich führt die Truppe sicher ans Ziel. Dort angekommen wurden gleich die Zelte aufgebaut und anschließend gönnte man sich ein kühles Bier. Danach wurden wieder alte Freunde und Kollegen gefunden, mit denen man sich bis weit in die Nacht hinein unterhielt und austauschte. Eine riesige Feuerschale sorgte in der Dunkelheit für eine wohlige Atmosphäre.

Freitag, 05.07.19

Die Nachhut startete um 10.00 Uhr von Straubing aus. Da keiner voraus fahren wollte, übernahm Schnuff die Funktion des Roadcaptains und auch er führte uns souverän ans Ziel. Gegen 14.45 Uhr trafen wir am Lagerplatz ein und bauten unsere Zelte auf. Unser Platz war ziemlich verwaist. Dann, nach der schweißtreibenden Arbeit ging es flott zur Tränke. Preise für Getränke waren normal. Ein 0,4 Bier kostete 2,50 Euro. Es gab auch alkoholfreies Weizen, dass zwischendurch auch sehr schmackhaft war. Lediglich die Stripperin, die bei ihrer Show dem leidgeplagten Opfer Bier einflößte und dann sich selbst einen Schluck genehmigte, meinte: das ist ja „Alkoholfreies" - bäh. Zum Essen gab es Deftiges aus der Feldküche oder man ging ins Sportheim, wo Grillhähnchen, Pommes, Steaks u.a. angeboten wurden. Nach dem erfrischenden Bier erkundete ich das Gelände. Es war eine riesige Feuerschale aufgebaut, ein Pool mit Balken drüber, einige Verkaufsstände und natürlich das große Festzelt. Nachdem ich alles erkundet hatte, ging ich zu unserer Lagerstätte zurück um mich umzuziehen. Jetzt fand ich auch den Rest der Truppe vor, die einen schmerzhaften Marathon hinter sich hatten. Es wurde berichtet, dass sie nach dem Frühstück gleich mit dem Frühschoppen weitergemacht hätten und darum nun am Nachmittag ziemlich zerknittert in den Campingstühlen lagen. Unser Mane wurde sogar von der Anstaltsleiterin höchst persönlich nach Hause gebracht. Diese Frau ist echt der Wahnsinn. Erstens hübsch und dann auch noch nett. Ich denke in dieser Sache waren sich alle einig. Gegen 19.00 Uhr machte ein Kollege aus Adelsheim die Runde und erinnerte an den Eröffnungskampf zwischen der netten Anstaltsleiterin und den Präsi der Adelsheimer. Wir machten uns dann sofort auf den Weg um das Spektakel mitzuerleben. Unser Charly übernahm die Moderation des Showkampfes und zeigte an etliches Beispielen, wie es richtig gemacht werden muss. Die Anstaltsleiterin rutschte sitzend auf dem Balken ihren Kontrahenten entgegen und schleuderte zum richtigen Zeitpunkt einen gefüllten Sack in Richtung Präsi. Dieser fiel daraufhin ins kühle Nass. Nachdem Charly etwas über die Juristen gelästert hatte, entschied sich die Anstaltsleiterin, dass sie nun delegiere und Charly an ihrer Stelle kämpfen muss. Da Charly etwas verwirrende Regeln aufgestellt hatte, fragte ich ihn am Schluss, wer denn nun gewonnen hätte. Er meinte nur „wir gewinnen immer" ???So ist er halt, unser Charly. Letztendlich war es auch egal, wer gewinnt. Es ging ja hauptsächlich um den Spaß. Dann wurde es plötzlich furchtbar laut vor dem Zelt. Einige Biker wollten wissen, wer von ihnen den besten bzw. lautesten Sound vorweisen kann. Ein Kollege hielt dafür einen Phonometer an den Auspuff der laufenden Maschine. Eine Harley gewann das Duell gegen Reiskocher bzw. Quads und anderen Gefährten souverän mit ca. 130 dB. Das ist ja nur ein Stückchen über den erlaubten 80 dB des TÜV :-). Dann wurde es wieder ruhiger und ich ging ins Festzelt, wo die, angeblich beste Coverband im Umland "ROCKS OFF" aufspielte. Am Ende ihrer Vorstellung waren sich alle einig, das dieser Titel voll der Wahrheit entspricht. Sowohl Leadsänger als auch Leadsängerin gaben ihr Bestes und überzeugten mit ihren tollen Stimmen. Zwischendurch gab es eine kurze Begrüßung durch die Anstaltsleiterin von Adelsheim und den Präsi des Adelsheimer Motorradclubs. Die Chefin legte fest, dass ihre Männer am nächsten Tag in tollen Outfits die Motorräder der Mädchen putzen werden, was auch tatsächlich umgesetzt wurde. Dann kam der erste Liveact. Ein Stripper in Police Uniform machte sich über eine etwas scheu wirkende Dame her. Es war ein sportliches und erotisches Erlebnis, was der „mitteljunge" Mann darbot. Dem Publikum schien es zu gefallen. Danach wurde von leicht bekleideten Mädchen in typischer Coyote Ugly Show Schnaps verteilt. Bei ausgelassener Stimmung wurde getanzt und gesungen. Die Band gab bis ca. 02.00 Uhr früh ihr Bestes und musste immer wieder nach kräftigen Zugabe rufen einen draufgehen, bis endgültig Schluss war. Dann verlagerte sich die Masse der Anwesenden in die Bar. Leider verstand mich, wahrscheinlich aufgrund der lauten Musik, mein Freund Schnuff nicht richtig. Ich meinte irgendwann, jetzt könnten wir aber gehen und er bestellt dann immer zwei Jacky Cola. Dieses Prozedere wurde etliche Male wiederholt, bis endlich der Heimweg angetreten wurde. Ich nahm mir ja sicherheitshalber eine Taschenlampe mit, um mich im Finstern orientieren zu können. Das Teil brauchte ich gar nicht, da es um halb Fünf schon hell wurde ;-).

Samstag, 06.07.19

Als ich mich gegen 09.00 Uhr aus meinem Zelt rappelte, konnte ich mir nicht vorstellen jetzt zu frühstücken. Aber irgendwie ging es dann doch. Die Frühstücksausgabe, was ja bei Bundestreffen oft schon ein Problem darstellte, lief geordnet und ohne lange Wartezeiten ab. Da hatten die Adelsheimer schon etwas dazu gelernt. Auch die Auswahl war in Ordnung. Gegen 10.00 Uhr gab es einen Gottesdienst im Festzelt. Da aber mein Kopf zu sehr brummte, um den Gottesdienst mitfeiern zu können, ging ich lieber zum Zeltplatz zurück um etwas zu chillen. Trotzdem eine nette Idee. Ab 09.00 Uhr wurden auch zahlreiche Ausfahrten angeboten, was bei uns aufgrund von Restalkohol nie in Frage kam. Die meisten Jail-Riders aus Straubing chillten den Tag über. Mir war das zu fad. Ich schloss mich ein paar Kollegen von uns an, die das Freibad in Adelsheim besuchen wollten. Dort war es wirklich angenehm. Auch unsere Würzburger Mädels, zu dehnen seit Jahren ein gutes Verhältnis besteht, waren Vorort. Man gönnte sich am Kiosk ein Bierchen und eine kleine Brotzeit. Aber irgendwann war mir das auch wieder zu fad und ich beschloss, mich von meiner BMW durch den Odenwald führen zu lassen. Man muss nur ins Navi eine Sehenswürdigkeit und dazu kurvenreiche Strecke eingeben und schon hat man seinen Spaß. In meinem Fall wurde die Wallfahrtskirche Neusaß eingegeben und schon ging es durch Wälder und Wiesen durch die hügelige Landschaft. Nach einer kurzen Kirchenbesichtigung und einem Vater unser ging es zurück zum Treffen. Da ich mich bereits im Freibad frisch gemacht hatte, konnte ich sofort ins Festzelt durchstarten. Ein deftiges Gyros stillte meinen Hunger. Gegen 20.00 Uhr gab es den offiziellen Teil. Dabei begrüßte Präsi Marc nochmals seine Gäste und nahm einige Ehrungen vor. Wir bekamen einen Preis für die drittgrößte Gruppe. Die meisten Teilnehme mit 27 Bikern kamen aus Hünfeld. Präsi Jörg war sichtlich gerührt und konnte es nicht glauben, dass aus seinem „kleinen Haufen" die größte Gruppe bei einem Bundestreffen geworden ist. Es gab auch noch Pokale für die weiteste Anreise, für die früheste Anmeldung und für den ältesten Teilnehmer. Da den Pokal in den letzten Jahren immer unser Walter gewann, dieser aber im Februar dieses Jahres verstarb, wurde für ihn eine Schweigeminute eingelegt. Als nächstes wurde der Wanderpokal an den Präsi der JVA Hamm übergeben. Dieser versprach auch im nächsten Jahr ein tolles Fest auszurichten. Als nächstes war, wie in den letzten Jahren begonnen, unser Helmi am Mikro. Er versteigerte ein Mofa, dass schon in den letzten Treffen satte Spenden für einen wohltätigen Verein einbrachte. Diesmal ging es um einen Hospizverein in der Nähe. Ein Uhr lief im Hintergrund und wer als Letzter bei Ablauf der Zeit eine Spende in ein Glas steckte, gewann das Mofa. Ein kleiner Junge von etwa 3 Jahren mit seine Mama holte sich den Preis. Bis er das Teil fahren darf, muss noch einiges repariert werden :-). Jetzt war es bereits 22.00 Uhr und die Samstag Abend Band hat noch keinen einzigen Ton abgeliefert. Die Jungs von Gonzo`s Jam legten deshalb hurtig los und versuchten das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Da Samstag Abend die Leute bekanntlich früher die Segeln streichen, tat sich die Band anfangs schwer einen Zugang zum Publikum zu finden. Gegen Mitternacht war der Bann aber gebrochen und es war eine tolle Stimmung im Zelt. Zwischendurch gab Stocki und sein Spezl eine Einlage, was die Besucher sichtlich erfreute. Leider habe auch ich mir vorgenommen, die Festhalle heute früher zu verlassen, um am Abreisetag fit zu sein. Deshalb bin ich gegen 0.30 Uhr in mein Zelt. Mitten in der Nacht wurde ich von einem heftigen Gewitter geweckt. Es war bereits nach 02.00 Uhr als es laut donnerte. Ich glaubte ich traute meinen Ohren nicht. Die Band spielte tatsächlich immer noch und die Zuhörer klatschten frenetisch Beifall. Aber das konnte mich nicht mehr umstimmen. Ich drehte mich um und schlief weiter.

Sonntag, 07.07.19

Gegen 07.00 Uhr war wie üblich bereits hektisches Treiben am Zeltplatz. Der Regen hatte Gott sei Dank aufgehört und somit konnte man die Zelte, die immer noch tropfnass waren, abbauen. Dann ging`s zum Frühstücken. Hier wurde unser Präsi Charly und seine Andrea angenehm überrascht. Da sie ihren Hochzeitstag hatten, richteten die Heinzelmännchen einen mit Kerzen geschmückten Tisch her. Sekt und Rosen rundeten das Ganze ab. Beide waren sichtlich gerührt. Es war ein schöner Anblick. Dann verabschiedete man sich schön langsam von den liebgewonnenen Freunden und versprach sich im nächsten Jahr wieder zu treffen. Punkt 09.00 Uhr wurde abgereist. Nach zwei kleinen Pausen und etwa 320 Kilometern war ich gegen 12.45 Uhr zu Hause. Auch der Rest der Truppe kam wohlbehalten zu Hause an. Es wurden mir keine Unfälle, Ausfälle oder Sonstiges gemeldet - so muss es sein :-)


Fazit: Da mir persönlich Adelsheim nicht so bekannt war, war ich besonders gespannt, wie das Bundestreffen gestaltet werden wird. Marc und seine Crew haben hervorragende Arbeit geleistet. Tolle Platzwahl, herrliches Wetter - alles Bestens. Natürlich kann dies alles nur gelingen, wenn die Führung der JVA mitspielt. In Frau Fritsche wurde eine absolut sympathische Frau ins Boot geholt, die ihre Entscheidung ein Bundestreffen der Justiz zu unterstützen hoffentlich nicht bereut hat.

PS: lustiger Spruch von ALìn Frau Fritsche: Ich bin total begeistert von meinen Kollegen. Wir die hier arbeiten, dass ist der Wahnsinn. Wenn die nur im Dienst auch mal so fleißig wären :-).


Gotti, Chronist der Jail-Riders Straubing